“Atemberaubend und beglückend” Kronen Zeitung. 14.09.2014

“Tosca”-Neuinszenierung von Intendant Rainer Mennicken im Linzer Musiktheater (von Balduin Sulzer)

Puccinis “Tosca”, eine musikalisch wie szenisch mit hitzig gedrängtem Ausdruck aufwartende Neuproduktion im Linzer Musiktheater: Die Premiere am Freitag wartete mit prachtvollen Solisten-stimmen auf und erntete viel Publikums-Applaus.

Tosca, die gleichzeitig leidenschaftlich liebende und hassende Frau, welche gegen ihren Willen in tödliche Gefahr gerät und mit dem Mut der Verzweiflung einen Mord begeht, bekennt sich in ihrer Aria “Vissi d’arte” zum Leben mit Musik und mit dem Mann ihrer Träume, dem Maler Cavaradossi. Scarpia, der Chef der römischen Polizei, charakterlich ein Gipfelpunkt an Infamie und Brutalität, ist Tosca verfallen und will sie mit allen Mitteln zur Liebe zwingen. Cavaradossi hingegen ist Maler, Revolutionär und Liebhaber -alles bis zur Siedehitze gesteigert.

Diese drei Hauptrollen sind in der Linzer Neuproduktion mit Sonja Gornik in der Titelpartie, Marcelo Puente als Cavaradossi und Tuomas Pursio als Polizeichef Scarpia stimmlich prachtvoll besetzt. Dazu das klanglich und dynamisch kultivierte Bruckner Orchester unter dem in italienischen Gesangsstil und Vokaleffekten hochkarätig eingearbeiteten Dirigenten Dante Anzolini: Zusammen ergibt das -etwa im zweiten Akt -für den Zuhörer atemberaubende und beglückend unvergessliche Passagen.

Die Inszenierung Rainer Mennickens in italienischer Sprache mit Übertiteln sorgt für Lebendigkeit und manche optsiche Überraschung (Bühnenbild:Stefan Brandtmayr, Kostüme: Cornelia Kraske), deftige Sinnlichkeit mit einbezogen. Der mit heißer Intensität gewürzte Premierenapplaus am Freitag schloss auch den Chor (Einstudierung: Georg Leopold) sowie den Kinder -und Jugendchor des Landestheater (Leitung: Ursula Wincor) deutlich hörbar mit ein.

 

“Opernkrimi Tosca erntete stehende Ovationen in Linz” Kurier Zeitung. 14.09.14

Puccini-Premiere.

Die Oper Tosca wurde Freitagabend im Musiktheater mit tosendem Applaus belohnt. (Von Daniel Scheiblerger)

Liebe, Gier, Macht, Tod-Giacomo Puccinis Opern-Klassiker Tosca, der am Freitag zum Saison-Auftakt im Linzer Musiktheater am Volksgarten auf die Bühne gebracht wurde, unterließ das Publikum elektrisiert. Zwei Stunden lang standen leidenschaftlich-kraftvolle Stimmen und Musik sowie kreative Bühnenbilder auf dem Program. Landestheater-Intendant Rainer Mennicken, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnete, hat die richtige Mischung zwischen klassischer Interpretation und dem Anspruch nach verspielter Moderne meisterlich getroffen.

Grandiose Solisten

Der Finne Tuomas Pursio, der den despotischen Polizei-chef Scarpia mimt, Serviette einen intensiven, eindringlichen Bariton. Der Rolle als machtbesessener Wüstling, der die schöne Tosca begehrt, wurde er au ganzer Linie begehrt. Über den frenetischen Beifall, der ihm am Ende der Aufführung entgegenschlug, war aber auch er sichtlich überrascht. Sonja Gornik legte als Tosca eine bravouröse Titelheldin hin, die sowohl stimmlich als auch schauspielerisch restlos überzeugte. Ihr Wechselbad von Hoffnung und Verzweiflung konnte mitempfunden werden.

Das neue Ensemblemitglied, Marcelo Puente, brillierte als revolutionär gesinnter Maler Mario Cavaradossi, der mit Tosca und Scarpia die Dreiecksgeschichte bildet. Seine unerschütterliche Liebe Zu Tosca und zur Freiheit konnte der argentinische Tenor wirklich durchdringend darstellen. Seine Stimme war kräftig und solide. Äußerst solide setzte sich auch der politische verfolgte Cesar Angelotti, der Deutsche Ulf Bunde, ins Szene. Stefan Brandmayr schuf ein energiegeladenes und sehr intelligentes Bühnenbild. Das Publikum erlebt schwebende Engel und grausame Folter. Cornelia Kraska stellte mit ihren Kostümen einen originellen historischen Bezug her. Das Brucknerorchester Linz webte under der Leitung des ebenfalls in Argentinien geborenen Dirigenten Dante Anzolini einen wahrlich traumhaften Klangteppich über die emotional aufgeheizte Bühnendarbietung. Der Beifall hörte am Ende der Aufführung nicht mehr auf, es gab stehende Ovationen.